Chinesische Sprachschule als Vorbild gelungener Integration?

Letztes Wochenende war ich auf dem 10-Jährigen Jubiläum der Deutsch-Chinesischen Sprachschule „Regenbogen“ in Saarbrücken.

Der Besuch war für mich zweifach interessant:

  • Einmal, um zu sehen, wie sich unsere Chinesischen Mitbürger selber organisieren, um Sprache und Kultur für die Kinder aus chinesischen und deutsch-chinesischen Familien am Leben zu halten.
  • Und zum anderen habe ich die Gelegenheit gerne genutzt, um meine extrem verrosteten Chinesisch-Kenntnisse wieder anzubringen.


Von Tänzen, Poesie und Baozi

Die Feier war auch echt gemütlich und sehr familiär. Es waren auch der eine oder andere „Würdenträger“ vor Ort (OB Charlotte Britz und Herr Tan vom chinesischen Konsulat), aber alles blieb liebenswürdig chaotisch.

Mir hat das super gefallen. Danke nochmal an alle, die daran so aktiv mit gewirkt haben! Und es gab frische Baozi. Frische! Baozi!!

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Quelle: Photobucket Luvevrythn

Einen kurzen Bericht gibt es auch in der Lokalpresse.


Politische Relevanz?

Politisch spannend war natürlich die Frage, wie die Idee der Sprachschule zustande kam und wie sie dann umgesetzt wurde.
Die Antwort dazu ist recht einfach: mit viel, viel persönlichem Einsatz.
Als ersten Step.

  • Es braucht vor allem Menschen, die ehrenamtlich als Lehrer arbeiten.
  • Es braucht eine Organisation, z.B. einen Verein.
  • Es braucht die Unterstützung in Form von Unterrichtsräumen. Hier Danke an den Regionalverband und der Friedrich-List-Schule, die die Räume bereitstellen.
  • Dann braucht es noch die Lehrmaterialien. Hier hilft es natürlich, einen Staat mit einem starken kulturellen Eigeninteresse wie die VR-China als Partner zu haben.

Wenn alle Seiten wollen, ist die Umsetzung eines solchen Projektes viel einfacher. 🙂

Kann man dieses Projekt vielleicht auf die jungen Flüchtlinge im Saarland übertragen? Vielleicht.
Ich fände es eine gute Gelegenheit, wenn Immigranten nicht nur Deutsch lernen, sondern wir auch die Gelegenheit hätten, in einer Sprachschule mit ihnen ihre Heimatsprache (und Dialekt!) zu lernen.


Gelernt

Ich muss mal gucken, was der Regionalverband noch dazu anbietet.
Und dazu bieten sich solche Termine gut an. Ich lerne, was andere machen, wie sie es machen und was es dafür braucht. Und diese Strukturen auf andere Bereiche zu übertragen, das sehe ich als operative Aufgabe „unserer“ Politik.