pirate thinking – systemische Haushaltspolitik

Diese Wochenende war ich in Hamburg auf der Euwikon.
Die Euwikon ist eine Wirtschaftskonferenz der Piraten mit einem Schwerpunkt auf den europäischen Aspekt. Ich habe dazu einen Vortrag zum systemischen Ansatz an komplexe Systeme nach Peter. M. Senge vorbereitet, um die Teilnehmer in die #Haushaltspolitik einzuführen.

Die weiteren Themen waren scheinbar bunt gemischt. Es fing an mit Sozialpolitik und der (Rück)Entwicklung der Bürgerrechten in dem Bereich an.
MdL Patrick Breyer eröffnete dann den Komplex „Datenschutz und Wirtschaftsspionage“ vor dem Hintergrund der TTIP-Verhandlungen und Spionageprogrammen wie EIKONAL. Ein Thema das deutlich die Metakomplexität heutiger Politik aufzeigt.
Doch macht nicht gerade diese Metaebene Politik inzwischen so schwer für uns alle nachvollziehbar?

Wer Visionen hat soll zum Arzt gehen – Wirtschaftspolitik

Insofern war es gut von der AG Wirtschaft als Arbeitsergebnis einen Prototyp eines wirtschaftspolitischen Selbstverständnisses präsentiert zu bekommen. Vor dem Primat

„Der Mensch im Zentrum wirtschaftlichen Handelns“ steht der Dreiklang von Freiheit des Individuums, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.

Das klingt jetzt nicht nach einer grundlegenden Revolution und einem komplett neuen gesellschaftspolitischen Ansatz. Diese Vision muss sich im Alltag auf ihre Tauglichkeit beweisen und im Diskurs weiter konkretisieren. Dafür sind wir alle gefragt.
Sie ist ein guter Start, um uns auch mit einer verlässlichen, gemeinsamen Botschaft an eine aktive Wirtschaftspolitik zu machen. Also: bitte gut verbreiten!

Konkreter wurde es bei den Themen Energiepolitik für Hamburg, Kreislaufwirtschaft, Sportförderung und Vernetzung mit BGE-Initiativen. Ihr kennt mich – das überspringe ich jetzt mal, weil mein Fokus bei der Veranstaltung tatsächlich der Abstrakte Charakter, die Gespräche über gemeinsame Vorstellungen, Protoypen nach Design Thinking, kurz um die Metaebenen politischen Handelns ging.

Systemische Haushaltspolitik nach Peter Senge – ein Prototyp

Meinen Vortrag binde ich an dieser Stelle dann ein, sobald das Video online steht.

Worum geht es? Systemische was?
Eine Systemische Betrachtung ziehlt darauf ab, Kompetenzen und Ressourcen in einem (sozialen) Gesamtsystem zu Aktivieren und den Gesamtinteressen des Systems gemäß zu bündeln. Ich beziehe mich hier aber eher auf die Organisationsentwicklungslehre von Peter M. Senge, der in seinem grundlegenden Werk „The fifth discipline“ das Systemdenken als eine der entscheidenden Tugenden einer lernenden Organisation erkannt hat.

Insbesondere eine Partei wie die Piraten kann bei dem Thema „lernende Organisation“ nur profitieren.

Unsere zentrale Arbeit ist der Informationsfluss. Und die Bewertung aktueller Themen (zumeist news) vor dem Hintergrund der hochkomplexen globalen politischen Systeme.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Eigentlich sollte unsere Betrachtung immer auch die wichtigsten Systeme und Systemänderungen weltweit beinhalten. Wir Piraten gehen wenigstens grundsätzlich schon mal bis zur Ebene einer gesamteuropäischen Einheit. Doch wer kann diese Komplexität und Abstraktion schon leisten?
Ich nicht und von daher habe ich mich auf die Haushaltsthemen beschränkt; oder anders gesagt, die der öffentlichen Haushalte von kommunaler bis EU-Ebene. Das hierarchische Wechselspiel untereinander im Blick habe ich den Teilnehmern der Euwikon versucht das Dilemma von „Shifting the burden“, also der ständige Versuch, Ausgaben auf eine andere Ebene als die Eigne Zuständigkeit zu schieben, zu vermitteln.

Der systemische Ansatz gipfelt meines Erachtens in der Aussage:

Verharre nicht in deiner Ebene („don’t become your position“)!

Eine erfolgreiche Steuerung von systemweiten Störungen (z.B. die Eurokrise, Verschuldungsverbot) kann nur gesamtsystemisch erfolgen.
Welche genauen Handlungsoptionen sich damit nun eröffnen hat die Haushaltsdebatte im Landtag es Saarlandes in ersten Ansätzen gezeigt. Ich werde meine Arbeit versuchen, weiter nach Senge auszuarbeiten und so auch für andere Piraten politische Handlungsspielräume herauszuarbeiten, die man gemeinsam weiter verfolgen kann.

Ich freue mich schon!
Und vor allem, dass trotz der mageren 20 Teilnehmer vor Ort (und etwa 20 weitere im Live-Stream) wahnsinnig tolle Gespräche und auch harte Debatten entstanden sind. Man muss nur mal vor die Türe gehen, gell?

Stay tuned!