Das rasende Ratsmitglied

Ganz anders hingegen sieht es im Regionalverband aus.

Bereits am Montag nach der Wahl haben FDP und Linke mit mir Kontakt aufgenommen. Und ich bei den Grünen eine Sondierung angefragt.
Das Gespräch mit der FDP war zackig. Organisatorisch. Wie zu erwarten. Da wollte man nichts anbrennen lassen, was meiner Einstellung entspricht. Eine gemeinsame Fraktion hätte viel organisatorisch Positives gehabt. Hätte.

Ich hätte gerne eine Fraktion gebildet, allein um in der Versammlung mehr programmatische Breite zu schaffen. Leider ging das Gespräch so gar nicht in die Richtung die ich erhofft hatte. Es gab mehrere No-Gos. Über die ich hier aber nicht schreiben möchte, da ich den Kollegen eine Vertraulichkeit der Inhalte des Gespräches zugesichert habe. Die Rückversicherung mit meiner „Basis“ ergab dann auch einen klaren Auftrag. Nein zu einer FDP wie sie sich in den letzten Jahren positioniert hat. Und ich solle meinem Bauchgefühl folgen. Das tat ich auch. Klar gab das Verdruss. Und das hat mir sicherlich den einen oder anderen vorher erarbeiteten Sympatiepunkt gekostet.

Konsequenz daraus: keine Fraktionsmittel. Keine Geschäftsstelle. Keine Mitarbeiter. Keine Stimmrechte. Keine Ausschussbesetzung.

Dafür verliefen die Gespräche mit den Linken sehr angenehm. Wir sind programmatisch sehr eng und auch von den Personen her wird es passen. Ein Zusammenschluss bringt beiden Seiten mehr Power. Darauf kann man nur aufbauen.

 

Ja geht denn das so einfach? Kann man sich einfach so jemanden anschließen, ohne die eigene Identität aufzugeben?

Der Reaktion von Peter Gillo zufolge nicht. Und schon beginnt das Getrolle, das sich leider in fast allen Räten abspielt. Überall, wo Mitglieder, oder gar kleine Fraktionen sich zu größeren Fraktionsgemeinschaften zusammenschließen werden Stöcke zwischen die Beine geworfen.

Die Argumentation ist überall die gleiche: dadurch, dass man im Wahlkampf (und in andere Räten) weiterhin als Einzelpartei auftrete, könne es ja kein echter Zusammenschluss sein. Es ist so schade, dass hier immer noch das Verbands- und Organisationsdenken in den Köpfen drin ist. Themenallianzen sind scheinbar ein echtes Novum. Grausam diese Moderne.

Die Reaktion Gillos hat Daniel Kirch von der Saarbrücker Zeitung dann auch gleich mit aufgegriffen:
Der „führende Pirat“ wechselt also die Partei. Das wusste ich selber noch nicht. Krass.

 

Die konstituierende Sitzung der Regionalversammlung lief dann auch in üblicher und geregelter Bahn ab. Ein Handschlag zur Vereidigung, die Wahl der Beigeordneten. Auch hier keine wirkliche Wahl, sondern eine Vorschlagszustimmung, oder eben nicht.
Wie es genauer dort weiter geht (Ausschussbesetzungen, Anträge, etc.) muss ich nun mit meiner (noch informellen) Fraktion besprechen.

Dann musste ich auch leider schon in den Bezirksrat springen. Beide Räte tagen leider bis mindestens Jahresende am selben Tag. Die Regionalversammlung um 15 Uhr. Der Bezirksrat um 16 Uhr.
Das werden spannende Monate.

„Das rasende Ratsmitglied“.

Moment. Und was ist mit den Grünen? Die haben leider intern zu lange gebraucht um sich zu finden. Wir haben uns einmal kurz getroffen, danach kam aber nichts mehr. Schade. Dafür hat man ja noch 5 Jahre, um sich besser kennen zu lernen. Ich mache das Beste daraus.

Soweit aus der Regionalversammlung. Stay tuned.